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Feedback Revival



CD-Review "Feedback Revival" von Steve Braun (Rocktimes)
Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man die Black Crowes, Blackberry Smoke und The Cadillac Three in den riesigen Musikshaker von Nashville/Tennessee gibt und den Regler auf 'Volle Pulle' dreht? Jede Menge Feedback und Feedback Revival...
Allein dieser geniale Bandname offenbart in Zeiten des grassierenden Schwachsinns bei der Findung eines solchen ein hohes Maß an Inspiration. Einzig bei der Ablichtung des Alm-Öhi auf dem Frontcover (evtl. ein Abdruck eines Ölgemäldes von Leonard John Fuller?) stellt sich die Geschmacksfrage, aber unter dem Redneck-Aspekt passt dieser zur Mucke wie die Faust in die Magengrube...
Die einzige mir bekannte Veröffentlichung des Quartetts ist die EP "In The Woods" von 2011. Damals klangen sie noch eher wie eine (ziemlich gute) Kings Of Leon-Coverband - völlig ausgegoren schien das seinerzeit noch nicht zu sein. Mit ihrem simpel "Feedback Revival" betitelten Album meistern die Jungs aus Nordamerikas Musikmetropole allerdings ihre persönliche 'Seepferdchenprüfung' mit Bravour, denn aus 'schmutzigem' Rock, mit viel Roots- und Southern-Flair garniert, ist hier eine stimmige Eigenkreation mit Wiedererkennungswert gelungen!
Mit modernem Southern Rock par excellence stürmt "Cadillac In Black" in den zwölfteiligen Songreigen. Nicht nur hier zwingen sich Vergleiche mit ihren Nashville-Kollegen von Cadillac Three auf. Immer wieder ist 'Dirt Rock' der ganz besonders schlammverschmierten Art zu hören: "Soul Feet" und die "Ballad Of Loretta", beide in typischer Dan Baird-Manier vorgetragen, seien hier exemplarisch genannt. "Jesse James" entstaubt mit herzerfrischendem Southern Boogie die Gehörgänge, bevor mit dem herrlichen "Beautiful Life" und dem hymnischen "Carry On" erstmals das Tempo gedrosselt wird. Bei beiden, für mich zu den Highlights zählenden Songs steuert Multiinstrumentalist Alex Horton überaus geschmackvolle Orgelklänge bei. Analog zu den Kollegen von Blackberry Smoke sollte sich Feedback Revival einen festen Keyboarder - zumindest aber einen entsprechenden Tourbegleiter - suchen!
Als primus inter pares präsentiert sich Sänger und Bandleader Dan Fenton und steht dadurch im Fokus des Hörers, selbstredend. Gemeinsam mit Nathan McFarland sorgt er für fett bratende Riffs ("Delta"!!) und entpuppt sich zudem als exzellenter Shouter, dessen kehlig-kratzige Stimme emotionsgeladen nahezu jedem Song ("Josolyn" !!) einen sehr persönlichen Stempel aufdrückt. Einzig das verheißungsvoll betitelte "Salt Of The Earth" rauscht etwas belanglos vorbei.
Für eine Nashville-Band sollte ein traditionell orientierter Countrysong obligatorisch sein - hier ist es "At Last", das für typisches Redneck-Feeling sorgt. Die Schlussakkorde fallen noch einmal fulminant aus: "Tennessee Rose" rumpel-rotzt ruchlos-räudig daher und dieser sympathische Fiesling wird durch die entzückende Pianoballade "Home" förmlich konterkariert. Eindeutig tipp-verdächtig wie das gesamte Album, aber für Debütscheiben gibt es aus der Braun'schen Haushaltung keine Tippgrafik. Einem gleichwertigen Nachfolger könnte diese allerdings unmöglich noch einmal verweigert werden!
Stellt sich nur noch die Anschluss- zur Eingangsfrage: Feedback Revival - geschüttelt oder handgerührt? Geschüttelt natürlich, wie es sich für Genießer gehört!!

Line-up:
Dan Fenton (lead vocals, guitars)
Nathan McFarland (guitars, banjo, Dobro, vocals)
Alex Horton (keyboards, bass, mandolin, vocals)
Taylor Powell (drums)

Additional Musicians:
Matthew Page (slide guitar - #3,6)
Brian Randes (background vocals - #1,3)
Joe Logan (drums)

Steve Braun 08.06.2014

CD-Review "Feedback Revival" von Frank Ipach (Hooked On Music)
Den Ehrenpreis für das merkwürdigste Cover-Pic haben die vier Cracks von FEEDBACK REVIVAL schon mal sicher. Was dieser rauschebärtige Oberförster mit handfester und druckvoller Rockmusik gemein hat, wissen wohl nur die Jungs aus Nashville selbst.
Der unbetitelte Zweitling der bis dato in Deutschland weithin unbekannten Combo präsentiert genau das Gegenteil von betulicher Gemächlichkeit und andächtiger Ruhe. FEEDBACK REVIVAL machen ein Fass auf und berufen sich in ihren Songs auf energiegeladene Härte und prickelnde Intensität, klingen dabei wie eine ausgefuchste Mixtur aus frühen KINGS OF LEON und adrenalinverseuchten PEARL JAM, die ihre riffbetonten Donnerschläge jeweils mit einer Prise BLACKBERRY SMOKE, BLACK CROWES und CADILLAC THREE abschmecken und sich sowohl einer frech-forschen Punk-Attitüde als auch einer traditionell orientierten Souhern-Rock Bodenständigkeit hingeben. Über allem thront Dan Fentons inbrünstig markantes Rock'n Roll Organ, das sich zwischen Verzweiflung und Wut seinen Weg durch so manches tristes Vorstadt-Wochenende fräst.
Ihre Nashville Country-Schlagseite zeigen die jungen Wilden im dobro- und banjogespickten At Last, während sie in der überschäumenden Ballade Beautiful Life tatsächlich ein wenig an die guten alten COUNTING CROWS erinnern, wobei Dan Fentons wuchtiger Gesang der Weinerlichkeit von Adam Duritz eine schallende Ohrfeige verpasst. Zwar halten nicht alle zwölf Tracks das hohe Niveau des rasanten Albumbeginns, doch allein die ersten vier Songs, die absolut packenden Rock der Extraklasse bieten, sind es wert, sich von dieser impulsiven Tuppe anfixen zu lassen.
Im Herbst gedenken FEEDBACK REVIVAL unsere deutschen Bühnen anzuzünden, um ihre feurige Leidenschaft mit dem hiesigen Publikum zu teilen. Falls sich der komische Cover-Waldschrat dann plötzlich als FEEDBACKs Roadmanager herausstellen sollte, wäre diese brennende Frage auch endlich geklärt.

Frank Ipach 01.07.2014

CD-Review von Arne (Music Scan)
Im Sound des Quartetts aus Nashville kommt eine Menge zusammen. Allein Retro- bzw. im Vintage-Stil, wie es der Name scheinbar suggeriert, sind FEEDBACK REVIVAL dabei nicht unterwegs. Bzw. klingt der agile, lebendige Rock-Stil der Gruppe am Ende modern und immer auf der Höhe des Geschehens. Die selbstbetitelte Platte, die in Eigenregie der Band erscheint, bringt es auf die Spielzeit von 43 Minuten und umfasst zwölf Tracks. Die US-Amerikaner überzeugen mit einer konsequenten Live-Orientierung und dem zwanglosen, jedoch zielgerichteten Verbinden diverser Rock-Spielarten. Das Ergebnis des wilden, Riff-basierten Treibens von FEEDBACK REVIVAL ist mehr als die Summe der Einflüsse. Zwischen Hardrock, Classic-, Southern- Blues und Blues-Rock fließt zudem jede Menge Leidenschaft und Seele in die Tracks mit ein sowie die Absicht, einen möglichst zeitlosen Rock?n?Roll zu erschaffen. Und dieses Ziel erreichen die Musiker aus Nashville mit ihrer Platte problemlos. Selbst eine kleine Country-Kante wird behutsam integriert. Der bewusste Umgang mit Klischees und Standards, aber auch die bedingungslose Hingabe an den Rock wirken im Falle von FEEDBACK REVIVAL Wunder. Unpathetisch und authentisch liefert das Quartett ein sattes Rock?n?Roll-Album mit ausgewiesenen Ohrwurm-Qualitäten ab.

Arne 30.06.2014

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