Real Music

Banner-Yogana

Banner_smile_amazon_134x221

Gooding

Support

Rischke & Mehner

BannerLisa_134x200

Video-Zibb

Brandeburg Original

 
Fred Eaglesmith mit Band (CA)

Fred Eaglesmith mit Band (CA)

Vor fünfzig Jahren, als die „Unterhaltungsindustrie“ in ihrem Aufbau war, suchten Radiostationen und Plattenfirmen den richtigen Weg. Musiker folgten keinerlei Vorgaben. Bluegrass-Bands reisten durch das Land in großen Autos und zusammengeschlagenen Bussen. Bill Monroe boxte und spielte nebenbei Baseball, um Geld zu verdienen, um Musik machen zu können. Loretta Lynn fuhr mit ihrem Mann von Radiostation zu Radiostation, um sie dazu zu bringen, ihre ersten Platten zu spielen. Sie hatten keinen Tourmanager und niemanden von der Plattenfirma, der ihnen unter die Arme griff. Es war eine rauhe Straße, aber sie hatten eines gemeinsam – die Musik, den Lebensstil und die Sprache. Einige wenige leben immer noch auf diese Weise. Einer davon ist die Fred Eaglesmith Band.

Mit einer ganzen Reihe alter Busse und Autos reisten sie kreuz und quer durch Amerika und Kanada, vom kleinsten Kaff bis in die Großstädte, um sich ihren harten, rockigen und flehenden Country aus der Seele zu spielen. Sie spielten in Rasthäusern, Schuppen, alten Kirchen und teuren Theatern mit weichen Sitzen. Sie haben keinen Tourmanager, niemanden von der Plattenfirma; nur sechs Männer im Alter von 23 bis 50 Jahren. Sie fahren ihren eigenen Bus und reparieren ihn selbst, wenn er liegen bleibt. Sie hatten Feuer, sie hatten Unfälle; sie verloren die Antriebswelle, Räder haben sich gelöst. Viele Male wurden sie abgeschleppt; sie bauen ihre Anlage selbst auf und wieder ab. Ihnen wurden Handschellen angelegt, sie wurden gesucht und von Grenzern wieder zurückgeschickt. Sie wurden dutzende Mal mitten in der Nacht, mitten in der Pampa, von der Polizei, Straßensperren und Wracks angehalten. Das ist eine Band bestehend aus einfachen Männern mit Ehefrauen, Freundinnen und Familien, die arbeitet, um zu leben. Sie leben das Leben einer anderen Zeit. Aber ihre Musik ist heute so bedeutend wie eh und je.

Eaglesmith wuchs auf einer Farm im südlichen Ontario auf. Sein Vater, ein evangelischer Pfarrer, ging zweimal pleite. Eaglesmith erinnert sich bei seiner Kindheit lediglich daran, dass er entweder auf der Farm arbeitete oder zur Kirche fuhr. Mit 16 verließ er sein Zuhause, gelangte auf Güterzügen nach Westen, wie er schließlich auch wieder zurück kam. Aber die Hillbilly-Radiostationen, die sich über die Großen Seen ausbreiteten, versprachen ihm einen einfacheren Weg: wie Elvis, die Stanley Brothers und John Prine wollte er als Musiker durchkommen.

Fred Eaglesmith mit seiner Band waren ständig in den oberen Rängen der „Americana“-Charts zu finden, ihre Alben standen monatelang in den Top Ten. Von nahezu unbekannt haben sie es bis in die größten Clubs in Kanada und den USA geschafft und haben eine der treuesten Fangemeinden seit den Grateful Dead.

Ihre Show selbst ist eine qualmende Mixtur aus hartem Honkytonk, irgendwo zwischen Rock und früh-60er Jahre Country Music, leidenschaftlich, lustig und sentimental zugleich, so als wenn Hank Williams bei den Rolling Stones mitspielen würde.

Nach dem Auftritt packen die Männer ihre Sachen zusammen, starten den Bus und fahren hinein in die Dunkelheit. Kein Tourmanager. Kein Plattenfirmafritze. So ist es eben.


Fred Eaglesmith & The Flying Squirrels
"Live In Santa Cruz: Ralph's Last Show"
Stellt euch vier Männer vor, die mit akustischen Instrumenten bewaffnet eine Bühne entern und mit "Freight Train" loslegen, als hätten sie den Schlagzeuger vergessen. Das atemberaubende Tempo drosseln sie danach ein bisschen, aber die auf der Doppel-CD vertretenen 24 Songs sind schlichtweg kurios. Country, Honky-Tonk, Folk und Rock meilenweit in einem Tourbus durchgeschüttelt und raus kommen Fred Eaglesmith und seine Mannen. Das Live-Album ist in erster Linie ein Manifest der Spielfreude, in zweiter Reihe schälen sich dann auch einige bemerkenswerte Songs. U.a. auch bemerkenswert wegen der skurrilen Texte Fred Eaglesmith's . Wer auf abgedrehte Weirdos wie z.B. Dan Bern steht, kann auch hier das ein oder andere Schmankerl raushören. Anarchisch, sympathisch und direkt - so war die auf CD dokumentierte "Ralph's Last Show". Ach ja, Ralph Schipper ist der Bassist und sein Bandleader hat den Abschiedsgig mal eben auf CD veröffentlicht. Sollten jetzt noch ein paar Bandmitglieder gehen, steht dann ein Veröffentlichungsregen ins Haus?
(dmm)

INTRO
Review zu "50-Odd Dollars"
Wofür der Kanadier Fred Eaglesmith die ungefähr 50 Zossen hingeblättert hat, die im Titel erwähnt werden, weiß man nicht so genau. Nur die Produktion des vorliegenden Albums (Scott Merritt) dürfte ein bisserl mehr gekostet haben. Ist auch gut so und macht Eaglesmiths Standard-Rock-Oeuvre richtig Feuer unterm Hintern, denn in puncti Arrangement und soundtechnische Umsetzung seiner Blues-, Country- oder Rockabilly-Rocker hat man sich was einfallen lassen, ohne die Sache offensichtlich technokratisch anzugehen. Das spielt sich meist im Detail ab - ein Echo hier, ein gedoppelter Drum-Track da, mal ein paar Loops, ein paar Effekte -, aber stets im Sinne und im Dienste des Songs. Und die sind auch nicht von schlechten Eltern. Denn Eaglesmith weiß, was gute Hooklines und Melodien sind. Lediglich der allzu standardisierte Opener "Blue Tick Hound' hätte irgendwo ins Mittelfeld gehört. Ansonsten ist "50 Odd Dollars' eine Killer-Platte.

Ullrich Maurer / © Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de

Links:
www.fredeaglesmith.com
myspace.com/fredeaglesmithmusic

 

Kontakt

Bannner_App_2_134x320

banner_bilderarchiv_137x178

Gutschein

Newsletter

Empfehlen

 
© Copyright 2014 - Real Music
Bild [n] von [m]