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CD Review "Bless This Mess" - Steffen M. von metal1.info
Wenn mir jemand vor einiger Zeit vorausgesagt hätte, wie viele Punk-Scheiben ich in den kommenden Monaten besprechen sollte, hätte ich dies wohl stark angezweifelt. Aber inzwischen habe ich diese Spielart sogar ein wenig lieb gewonnen, was allerdings auch mit an den gelungenen Releases lag, die so auf meinen Schreibtisch flatterten. Da bilden auch PRIMA DONNA keine Ausnahme, deren neues Werk "Bless This Mess" ich mir heute vornehme.
"Bless This Mess" ist nicht solide oder gut, nein, unter der Rubrik sehr gut muss man den neuen Longplayer der fünf Kalifornier sogar einreihen. Da geht praktisch jeder Song flott ins Ohr und hebt die Laune an. PRIMA DONNA beweisen ein ausgezeichnetes Songwriting-Händchen für dieses Genre, dass sie zudem recht vielfältig vertreten. Da gibt's schon mal Querverweise zu Rock, Rock 'n' Roll und Glam Rock, und mitunter hat das Ganze auch einen ordentlichen Retro-Touch, aber das alles schränkt die kompositorische Qualität des Albums nicht ein.
Mit "Sociopath" beginnt das Werk kraftvoll und groovig, während "Maxine" Genre-Vorreiter wie The Clash zitiert. "Feral Children" kommt mit emotionaler Note, ohne die ungestüme Energie des Punk zu vernachlässigen. "Broken" hat mit seinem eingängigen Aufbau und dem einprägsamen Höhepunkt etwas von einer Stadionhymne, wohingegen "Let The Games Begin" ein knackiger Punkrocker par excellence ist. Der Titeltrack "Bless This Mess" beinhaltet viel Flair der frühen 70er, einschließlich etwas Flower-Power-Feeling und psychdelischen Momenten. "Miss Avenue" versetzt den Hörer zeitweise zum Glam Rock á la Sweet und Suzi Quatro, während "Crimson Lust" mehr dem trockenen 70er-Hardrock von T.Rex huldigt.
Aber egal, ob PRIMA DONNA punkig, rock'n'rollig, hardrockig, emotional, melodisch, glamrockig oder einfach nur retro in Erscheinung treten, sie machen in jeder Nuance ihres facettenreichen Sound eine gute Figur. Auch handwerklich gibt es an der Vorstellung der Kalifornier nichts zu meckern. Sie setzen im Punk Rock eher ungewöhnliche Instrumente wie Hammond Orgel oder Saxofon songdienlich ein, um ihre Musik noch abwechslungsreicher zu gestalten. Und Sänger Kevin Tyler Preston hat eine ausdrucksstarke und trotzdem variable Stimme, die sich der Dynamik und dem Feelings jedes Songs gut anpassen kann.
Und erneut landete also eine Punk-Scheibe auf meinem Tisch, die mich davon überzeugen kann, dass es in diesem Genre wirklich gute Platten zu entdecken gibt. "Bless This Mess" ist durchweg ohne Hänger oder Filler und darüberhinaus so vielfältig, wie es die Spielart nur irgendwie zulässt, ohne sie zu verleugnen. Ein ganz großes Thumbs Up an PRIMA DONNA und eine astreine Empfehlung für Anhänger eines abwechslungsreichen Punk Rock.

CD Review "Bless This Mess" - Markus Beudert von Rocktimes
Muss Punk politisch sein? Sind in einer Punkband Orgel oder Saxofon erlaubt?
Fragen, die die Jungs von Prima Donna nicht kannten oder bewusst übergangen haben. Denn anstatt des punkigen Einheitsbreis mischt der kalifornische Fünfer hier einen spritzig-spaßigen Cocktail aus Punk Rock, 70s Rock und Pop. Klar, neu ist diese Idee freilich nicht, aber dennoch klingt das Album "Bless This Mess" derart vital, dass ich mir des Öfteren eine Autofahrt im Cabrio oder eine Party mit bierseliger Atmosphäre herbeiwünsche.
Dabei beginnt der Longplayer eher klassisch. Die ersten beiden Nummern "Sociopath" und "Maxine" erinnern musikalisch stark an britischen Punk Rock aus den späten 70ern. Wer Sex Pistols oder The Clash sucht, der wird hier sofort fündig. Auch die Single-Auskopplung "Feral Children" und das anschließende "Broken" kommen erstaunlich englisch daher und erinnern stellenweise sogar an Fußballsongs, inkl. Mitgröhl-Refrains, die auch nach vielen Bieren noch in abgewandelter Sprache zu singen sind. Einzig die kleinen, aber feinen Gitarrensoli wären in diesem Zustand nur noch schwer nachspielbar.
Nachdem das erste Drittel des Albums doch eher überschaubar daherkommt, folgt nun der Schnitt. "Let The Games Begin" kann wörtlich genommen werden, denn ab diesem Zeitpunkt nimmt die Scheibe Fahrt auf und wechselt auf die musikalische Überholspur. Synthesizer und harte Gitarrenriffs - falscher Film? Ganz und gar nicht! Der Titelsong "Bless This Mess" versetzt einen direkt in die 70er, die Zeit des Glam Rocks zurück und langsam versteht man die Mentalität der Band. Hier werden sowohl Tabus gebrochen, als auch Brücken geschlagen. Ein Clash-, Mott The Hoople-Cocktail, gekrönt mit einem Thin Lizzy-Twin Guitar-Solo!
"Miss Avenue" macht genauso Spaß und fügt dem feurigem Mix noch ein sexy Saxofon hinzu. Sonniger kann der bisher so graue Frühling nicht klingen.
Eine schneidige Lead-Gitarre und der rockige Piano-Einsatz schicken den Hörer auch bei "Crimson Lust" erneut um Jahre zurück. Mittlerweile erinnert der Sound an die Hellacopters in der Spätphase und ich frage mich erneut, wo denn das Cabrio oder das Bier ist. Bei den letzten beiden Songs kommt zu guter Letzt noch eine Prise Spanisch ("Puta, Te Amo") und eine gute Portion Iggy Pop-Sound hinzu. Saxofon-Solo, Bass-Solo und Wah Wah-Solo, nicht nur die imaginären Schlaghosen sondern auch die mittlerweile lang gewachsenen Haare wackeln zu Prima Donna. Nachdem man die 12 Tracks des Longplayers "Bless This Mess" gut durchgemischt hat, kommt man zu einer Band, die nicht und trotzdem genau weiß, was sie will. Von Punk zu Glam, von Rock zu Pop ist hier alles vertreten, was keine musikalischen Grenzen kennt. Ganz egal was man sucht, man wird Spaß finden!
Und falls jemand die Band Green Day mit Frontman Billy Joe Armstrong, ein bekennender Prima Donna-Fan, schätzt, der kann hoffen, dass die Chart-Punker sich eine Scheibe Frische und gute Laune von diesem Album abschneiden.

Line-up:
Kevin Tyler Preston (vocals, guitar)
Aaron Minton (saxophone, keys, backing vocals, percussion)
David S. Field (drums)
Erik Arcane (guitar)
'Lights Out' Levine (bass, harmony vocals)

Links: Webseite

 

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