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Stace England & The Salt Kings

Stace England & The Salt Kings

Das sagt das "Home Of Rock" zu der Musik von Stace England:

"Salt Sex Slaves" 2007
Der "Historiker" Stace England hat uns ja bereits mit "Greetings From Cairo, Illinois" einen interessanten und wohlklingenden Einblick die amerikanische Geschichte geliefert. So ist es keine große Überraschung, dass er sich erneut einem, den meisten wohl kaum bekannten, Ort und der zugehörigen Geschichte widmet. Es geht den Ohio-River hinauf zum Ort Shawneetown und der Saline Equality.
Hier wurde Salzabbau betrieben unter dem Einsatz, wie das damals so war, von Zwangsarbeitern. Das waren in erster Linie Schwarze. Sklaven. Die Sklaverei war zu dem Zeitpunkt, Mitte des 19. Jahrhunderts in Illinois schon verboten, aber, wie so oft, gab es ein gesetzliches Hintertürchen durch das man Sklaven "leasen" konnte und durch dieses Türchen schlüpften in einem Jahr nahezu 800 Sklaven (!). Dafür brauchte es natürlich auch einen "Organisator" und der existierte als John Crenshaw - der "Salt King". Der baute u. a. ein Haus namens "Hickory Hill" dessen Sklavenzellen unter dem Dach heute noch zu besichtigen sind.
Dem ernsten Thema traut man den locker abrockenden Start mit Salt Sex Slaves eigentlich gar nicht zu. Schön roots-rockig mit dirty-chrunchy Gitarren rockt der Song und eine gellende Slidegitarre sorgt für den Widerpart zu den R&B-Whoo-Whoo's der Backgroundsängerinnen. Hat ein bisschen was von John Mellencamps Paper In Fire.

Auf dem Weg zur Wabash Saline wird's deutlich country-lastiger und das muntere Banjo unterstreicht das passend, während die Lap Steel von Charlie Tabing eine sehnsuchtsvolle Melancholie einbringt. Wären nicht solche Zeilen wie "All Indians, squatters and others disloyal will soon find themselves under the ground", könnte man fast ins Träumen geraten. Man muss ja nicht so genau hinhören (bzw. lesen) ...
Der Einstieg zu Inequality In Equality erinnert mich an die STONES und deren rockigere Songs auf "Emotional Resque". Wieder mal das Thema des Songs beiseitegelassen, geht dieser straighte Rock-Song perfekt in Ohr und Beine und taugt ebenso zur Single wie sicherlich zum Live-Abräumer. Klasse! - Anspieltipp!
Man meint es nicht, aber es gab damals durchaus Widerstand gegen die Praktik des "Sklaven-Leasing" und den Männern in vorderster Front, den vehement dagegen predigenden Baptisten, ist der Song Liberty And Baptists gewidmet. Im Midtempo, aber doch recht rau, erneut mit dirty-chrunchy Rhythmusgitarre und slidender Unterstützung, kutschiert man quer durch die Americana-Landschaft. Oder zur nächsten Kundgebung. Für den einzigen Song, der nicht aus Stace Englands Feder stammt, ist Jason Ringenberg erneut Gast im Studio gewesen. Zu dem herrlich irisch-folkigen Freedom's Star könnte ich mir, im Nachhinein, keine andere Stimme vorstellen, die besser mit den Mandolinen- und Violinenklängen harmonieren könnte.
Das folgende Kidnapping Venus klingt wie eine Mischung aus eben gehörtem Jason, BIG IN IOWA und solch Country-Rockern wie CASH MONIES AND THE JETSETTER und schunkelt komfortabel dahin. STONES-Country-Rock-mäßig erneut: Rationalize, mit Charlie Watts-Schlagzeug und treibenden Gitarren- und Slide-Soli. Könnte nicht Shawneetown eines der wunderbaren Duette von Gram Parsons und Emmylou_Harris sein? Oder auf "Sweetheart Of The Rodeo" von BYRDS vertreten sein? Allerbester Country-Balladen Stoff!

Deutlich rauer langt die verzerrte Gitarre in Ode To Uncle Bob hin und spätestens beim Break kommen mir die BLACK CROWES, zu Zeiten von ihrem Debütalbum, in den Sinn. Ja, der Stace ist kein Shouter wie Chris Robinson, aber es rockt trotzdem sehr ansprechend.
Besagter Sklaventreiber John Crenshaw verlor ein Bein bei einem Kampf mit einem Sklaven und die zugehörige Story erzählt die Heavy-Country-Ballade Muscle And Bone: "Now the Salt King hobbles down from his throne, the sins of a lifetime hit muscle and bone".
Nichtsdestotrotz gehört der dem Salt King "gewidmete" Song wieder zu formidablen Rockern auf dieser Scheibe und erinnert mich stark an Dan Bairds Kumpanen Ken MacMahan, bzw. dessen Band THE DUSTERS. Etwas (musikalisch) ruhiger beschließt Do It Right (And Set Yourself Free) dieses Album und hier klingt Stace einem Mick Jagger, wenn der Solo unterwegs war, nicht unähnlich.
Die Musik auf "Salt Sex Slaves" kommt zunächst nicht so vielfältig wie auf dem Vorgängeralbum und klingt so auch nicht sonderlich spektakulär, aber mit dem zweiten Hören (spätestens) verliebt man sich in mindestens die Hälfte der Songs und mit weiteren Durchläufen folgen die Restlichen. Erneut ein tolles Album von Stace England, welches ihn doch hoffentlich auch mal in unsere Breiten trägt.

Epi Schmidt, 26.12.2007
zum Review

"Greetings From Cairo, Illinois" 2005
Beim Blick auf das CD-Cover und bei dem Titel fühlt man sich natürlich sofort an Springsteen's "Greetings From Asbury Park, N.Y." erinnert und so ganz falsch liegt man damit auch nicht. Denn auch hier erfährt man einiges, sofern man will, über einen Ort, der einem vielleicht wenig bis nicht bekannt ist.
Jedoch begnügt sich Stace England nicht mit Alltagsgeschichten, sondern hat sich eingehend mit der Geschichte jener Stadt, die an der Stelle liegt, an der sich die Flüsse Mississippi und Ohio vereinigen.
Auf seiner Homepage kann man dann auch noch etwas genauer nachlesen, was den so die Besonderheiten von Cairo, Illinois sind.

Die musikalische Geschichtsstunde beginnt mit einem a cappella Chor im "La Montanara"-Stil, mit etwas Gospel-Einfluss wie man ihn aus vielen alten Western kennt. Ähnliches kriegt man auch im Film "O Brother Where Are Though" zu hören. Guter Einstieg, der Laune macht.
Der Titel Cairo Blues verweißt schon auf den Stil der nächsten Nummer. Ein getragener Country-Akustik-Blues aus dem Jahre 1929.
Zu jedem Song sind im Booklet die Texte abgedruckt und Stace liefert auch jeweils noch eine kleine Story über den Hintergrund der Titel.
So, mit Grant Slept Here kommt etwas mehr Schwung in die Bude. Die Geschichte des Bürgerkriegsgenerals wird von einem erdigen Country-Swamp-Rock transportiert, der recht druckvoll kommt und die Slidegitarre erinnert mich vom Sound her sogar etwas an Sonny Landreth.

Rassenkonflikte gab es in Cairo vielleicht häufiger als in anderen amerikanischen Städten, aber zu den unrühmlichsten Kapiteln gehört sicherlich die Geschichte des Farbigen Will James, den man am 11. November 1909 lynchte. Stace nimmt sich der Geschichte in Equal Opportunity Lynch Mob in Form einer Art akustischen Country-Sing-along an und es klingt schon etwas sarkastisch, wenn der "Lynch Mob" immer wieder zu dem Schluss kommt: "Justice should be colorblind".
Fahrt wird wieder aufgenommen mit The North Starts Here, das in flottem Country-Tempo klar macht, dass die Schwarzen auf ihrem Weg aus dem Süden nach Chicago ab Cairo nicht mehr durch einen Vorhang von den anderen Fahrgästen getrennt im Bus sitzen mussten. Rollt richtig gut, dieser Song mit Slide-Gitarre und eingängiger Melodie.
Far From The Tree geht mehr in die Roots-/Americana-Ecke und klingt auch richtig gut. Erinnert mich stellenweise an Chris Knight. Natürlich geht's hier um den Apfel, der "nicht weit vom Baum fällt" und das kennt man ja auch hierzulande. Der Hintergrund dabei, dass der Rassismus der Eltern auch bei den Kindern noch haftet, beklemmt einen allerdings schon irgendwie.
Und das lässt auch nicht nach, wenn man sich das folgende White Hats anhört. Eine weitere Story über die Ermordung eines Schwarzen namens Robert Hunt. In einen groovigen Swamp-Rock, mit schöner Slide und einem Honky-Tonk Piano verpackt, kann man das ernste Thema auch gut überhören und einfach beschwingt mitwippen. Ruft man sich allerdings in Erinnerung, dass all diese Geschichten wahr sind, oder zumindest auf wahren Begebenheiten basieren, kommt man doch ins Grübeln.

Für Jesse's Comin' To Town schwenkt man musikalisch in die Disco-Richtung. Stace singt in einem Falsett, wie es Mick Jagger gern bei ähnlichen Geschichten verwendet, und auch musikalisch liegt man irgendwo zwischen den SONES bei ihren Disco-Ausflügen um 1980 und dem Dance-Groove der 70er. Natürlich geht es hier um den schwarzen Bürgerrechtler Jesse Jackson, der die Stadt 1967 besuchte, als die Wellen um die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß besonders hoch schlugen. Buy My Votes - der Titel sagt schon alles. Hier sind wir wieder zurück im Swamp-Rock, der auch aus Louisiana brodeln könnte. Wiederum eine schön erdige Slide-Guitar von Jimmy Salatino.
Die Pfeife des Zuges ist im Hintergrund zu hören, es stampft und kocht, und schon kickt es los wie zu besten JASON & THE SCORCHERS-Zeiten. Ja, und die heftig geblasene Mundharmonika bestätigt: Hier ist Jason Ringenberg am Werke. Er übernimmt auch den Gesang bei Prosperity Train, das etwas an ein Up-Tempo Six Days On The Road erinnert. George Bradfute ist kein Warner Hodges an der Gitarre, aber es geht doch prima ab.
Versöhnlich, im Mid-Tempo Country-Rock a la Gram Parsons, äußert Stace die Bitte Can't We All Get Along. Der Titel entpuppt sich zum richtigen Ohrwurm und unwillkürlich singt man mit: "Together we could be so strong".

Also, das ist schon ein tolles Werk, das Stace England hier gefertigt hat. Geht gut ins Ohr, ist unterhaltsam mit seiner Vielfalt und bietet auch noch einiges an Geschichte sowie Gehaltvolles zum Nachdenken.
Man ist geneigt, dem Songwriter zu glauben, wenn er sagt: "Cairo, Illinois is the most fascinating town in America".

Epi Schmidt, 17.05.2005
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