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The Statesboro Revue


von Bluerose Records:
Different Kind Of Light hieß vor über zwei Jahren das viel beachtete Blue Rose-Debüt einer Formation, die sich zuvor noch Stewart Mann & The Statesboro Revue nannte und Ende 2007 der stets gierig auf neues Futter wartenden Texas Music-Fangemeinde ein erstes selbstbetiteltes Minialbum vorlegte. Mit dieser Visitenkarte und einer typischen Grassroots-Arbeitsweise, zu der unzählige Konzerte in kürzester Zeit gehörten, hat die Band eine eigene Anhängerschaft aufgebaut und sich in der Roots Rock-Branche ein beachtliches Standing erspielt. Stewart Mann ist der dominante Mann hinter den Songs, den Texten, den Lead Vocals und dem zentralen Platz auf der Bühne. Für Different Kind Of Light hatte er seine Truppe personell runderneuert, es handelte sich nun um ein Quintett mit drei Gitarren, Bass und Schlagzeug - formal also schon mal genau das klassische Southern Rock-Ding! Mit bekannten Studiogästen wie Keyboarder Michael Ramos und Gitarrist Papa Mali sowie dem Spitzenproduzenten David Z (Storyville, Jonny Lang, BoDeans, Tab Benoit, Gov't Mule) als verantwortlichem Soundmann gelang der Statesboro Revue ein kräftiges Ausrufezeichen und eines der nachhaltigeren Alben in Sachen Neo Southern Rock meets Texas Roots'n Roll um die Jahrzehntwende.

Ramble On Privilege Creek führt diesen eingeschlagenen musikalischen Kurs nun eindrucksvoll fort, biegt aber das ein oder andere Mal ab zu deutlich wurzellastigeren Americana-Exkursionen. Stewart Mann, ganz der Chef des Unternehmens, hat seine Band abermals komplett ausgewechselt. Sein jüngerer Bruder Garrett steht ihm nicht nur im Booklet zur Seite, sondern hat auch etliche Songs mitkomponiert und fungiert jetzt zudem als vorderster Guitar Man der Band. Er überzeugt mit klasse Soli, füllt die Räume mit elektrischen und akustischen Rhythmusgitarren, spielt Slide und Dobro, auch etwas Klavier und Percussion, singt die Harmoniestimme. Ben Bradshaw (Bass) und Mike Peters (Drums) bilden die neue Rhythm Section. Etliche Gastmusiker wie Keyboarder Erik James, Geiger Rhett Price, Preston Wimberly und Steve Ledet mit weiteren Gitarren helfen hier und da, fügen sich nahtlos in den Bandsound ein und erweitern die professionell ausgearbeiteten Arrangements. Ganz besondere Farbtupfer setzen die beiden Backingsängerinnen Sonya Moore & Sheree Smith - übrigens die einzigen personellen Konstanten auf allen Statesboro Revue-Alben! - mit ihren gospeligen Chorstimmen auf den Soul/R&B-orientierten Tracks. Aber es ist natürlich Stewart Mann, der dem ganzen Projekt seinen ultimativen Stempel aufdrückt: mit akustischer Gitarre, Mundharmonika und diesem sehr charakteristischen, beseelten, mit klarem Südstaatentimbre vorgetragenen Gesang, der in seiner ganzen Bandbreite mal an Chris Robinson, Steve Marriott, Ed Jurdi von der Band Of Heathens oder an Gregg Allman, Steve Winwood oder Bob Seger erinnert.

'Fade My Shade Of Black' ist die perfekte Eröffnung. Mit diesem schnellen Neo Southern Rocker geben die Brüder Mann mit kerniger Stimme und scharf akzentuierter Lead & Slide Guitar den Ton vor, eine mächtige Orgel schiebt im Hintergrund und ein kurzes Blues Harp-Solo beendet den Song abrupt - in nur 2:49 sind alle Texas-Wahrheiten gesagt! Für die fiktive Story, Tom Sawyer und Huckleberry Finn hätten damals dieselbe Freundin umschwärmt, und ob die überhaupt einen von den beiden oder vielleicht gar einen Dritten favorisiert hat, benötigt man schon eine Minute länger: 'Huck Finn' beweist nicht nur Stewart Mann's Ader für wortgewandte Poetry, sondern überrascht mit einem dynamisch-erfrischenden Akustikarrangement inklusive Fiddle frei nach Levon Helm's 'Dirt Farmer'. Die sich langsam aufbauende, stetig steigernde Ballade 'Cold November' geht nicht nur stark in Richtung Country Rock (mit Pedal Steel und Twang Guitar), sondern trägt wegen der lauten Orgel und des "Chick"-Gospel Choirs auch deutliche Züge von Delaney & Bonnie bis Deadstring Brothers. 'Til I Leave' rockt wie Hölle, gleich mehrere elektrische, akustische und Slide Gitarren nehmen das Rennen auf und, ja, Stewart Mann ist ein echter Shouter aus dem Roots Rock-Lehrbuch! Während 'Half Mile To Lincoln' diese Stimmung etwas verlangsamter weitertreibt, reiht sich danach mit 'Live A Little' eine Retro-Rockballade der Extraklasse im 70er Stil an - etwa so, als ob die Band Of Heathens eine alte Leon Russell-Nummer covern würden.

Zeit, um etwas Druck herauszunehmen - 'Lil Mary's Last Stand' ist traditionsbewusster Backporch-Landfolk pur, ein Walzer-tanzender Storyteller-Reigen mit Fiddle, Dobro, Banjo und mehr als einem Hauch von Irland in Louisiana. Ähnlich akustisch-ländlich gestimmt folgt 'Isabella' mit dominanten Gitarren, Percussion, Geige, Akkordion und einer herrlich melodischen Hookline zum glückseligen Mitsummen. 'Another Day In Rome' ist eine semiakustisch/elektrische Ballade mit sich abwechselnden Gitarren- und Orgelpassagen, einem feinen Slidesolo und einem langgezogenen, unwiderstehlichen Refrain, während bei dem Slow Rocker 'Love Run Easy' auf wundersame Art Orgel, Pedal Steel und die Harmoniestimmen miteinander verschmelzen. Nach 'Wildflower' im ähnlichen Format, schließt dieses abwechslungsreiche Album mit dem groovy/funky, an frühe Doobie Brothers erinnernden Swamp Rock von 'Hands On The Sun'.

Der Titel Ramble On Privilege Creek ist eine aus der Familientradition der Mann's entliehene Wortkombination: Die Großmutter lebte am gleichnamigen Bach, der Urgroßvater spielte Hillbilly/Stringband Music bei den Bluebonnet Ramblers. Die Statesboro Revue hat für die 12 Tracks ihres neuen Albums diesen Spirit aufgesogen, mit klassischer amerikanischer Roots & Rock'n Roll Music der 70er angereichert und im aktuellen Americana-Zeitgeist aufbereitet - und damit ein in sich völlig stimmiges, kleines Texas-Meisterwerk geschaffen!!

"Different Kind Of Light" CD-Review von Steve Braun (Rocktimes)

Manche Namen führen den Leser aufs Glatteis. 'Statesboro' - da denkt doch jeder sofort an den "Statesboro Blues", jenen Klassiker Blind Willies und der Allman Brothers Band, der dieses kleine Städtchen im Südosten Georgias besingt. Die Statesboro Revue hat aber ganz sicher nichts mit der Ortschaft oder gar der ABB zu tun, zumal beim Hören von "Different Kind Of Light" keinerlei Assoziation zu diesem Septett aufkommen mag. Sehr viel eher schon zu den Black Crowes - doch dazu später mehr.
The Statesboro Revue stammt vielmehr aus Austin/Texas. Aus einer der 'Brutstätten' des Texas Blues' also, aber auch davon ist hier nun wirklich nicht die Spur zu finden. Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Die hier vorliegende Scheibe verfugt auf geradezu geniale Weise Roots-, Country- und Folk-Rock mit 'jammigem', typisch amerikanischem Rock. "Different Kind Of Light" erscheint als authentisches Stück des (US-)amerikanischen Südens und vielleicht könnte man es deshalb sogar als Southern-Rock bezeichnen.
Zwei Alben sind bislang erschienen, die als Stewart Mann & The Statesboro Revue firmieren. Mit der neuen Scheibe nimmt sich der Namensgeber und wichtigste Songschreiber etwas zurück und nennt die Band nur noch The Statesboro Revue. Gegründet hat sich die Formation Anfang 2007. Drei Alben in nur drei Jahren ist ein verdammt guter Schnitt und zeigt das kreative Potenzial der Band.
Mann bezeichnet die Rolling Stones, The Band, Van Morrison und CCR als maßgebliche Einflüsse, aber keine andere Band drängt sich dem Hörer derart auf wie diese 'Krähen', zumal Manns Gesang an den 'knödeligen' Singsang eines Chris Robinson erinnert. Damit wir uns aber nicht falsch verstehen: Hier ist keine Black Crowes-Coverband zugange! Diese Band wird ihren Weg, ihren 'eigenen' Weg gehen ...
Mit "Little Girl Like You" legt das Album gleich mit einem saftig-knackigen Roots Rocker einen Kavalierstart hin. Eine flotte Akustik-Nummer mit nettem Country-Flair folgt. Ein erstes, dickes Ausrufezeichen ist "The Painter", eine Nummer im druckvollen Midtempo-Bereich mit viel Schmelz und 'Soul'. Hier schimmern erstmals die Krähen durch, wie auch im anschließenden "Shine On", in dem 'gejammt' wird, dass es einem das Wasser in die Augen zu treiben vermag. Schwerblütig, tief, voller feiner Hooks und Soli - dieser Song verfügt über das Kaliber eines neuen Southern-Klassikers! Punktierter Einsatz von 'Background-Miezen' verschafft "Find A Way" eine soulige Grundstimmung - heulende Slides und Dobros geben den berühmt-berüchtigten Southern-Twang dazu. Zwischen Swampdawamp und One Hand Free ist "Over You" angesiedelt, während man beim folgenden "Comes Back To You" unweigerlich an die Band Of Heathens denken mag. Das ist stimmungsvoll dichtes Roots Rock-Feeling par excellence. Zwei knackige Songs, "Lady" und "The Fall", ziehen eindeutig durch die gleiche Furche und schaffen es, die Spannung am Knistern zu halten. Der fröhliche Titeltrack 'knödelt' wieder im Fahrwasser der Black Crowes, bevor mit den beiden abschließenden Nummern wieder an der Handbremse gezogen wird. Zweimal konzentriert 'swampiges' Lebensgefühl des US-Südens, mit viel Country und dem, was man mit dem Kunstwort 'Americana' nur unzureichend beschreiben vermag.
"Different Kind Of Light" mag erneut die ermüdende Diskussion, ob Southern Rock 'tot' sei, beleben. Klar, die klassischen Bands sind altersbedingt weit über ihrem Zenit, aber solange solche Bands wie die Statesboro Revue 'nachwachsen', wird dieser 'Spirit', der das eigentliche Wesen des Southern Rock darstellt, immer wieder aufs Neue belebt. Das Hauptproblem der jungen Wilden war stets das so genannte 'Standing'. Drei Tonträger in drei Jahren, wie bei der Statesboro Revue ist da ein kaum zu überbietender 'Schnitt'. Wenn es so weiter geht und das Niveau gehalten werden kann, werden wir noch viel Gutes von diesen Texanern hören.

Ganz klar und glatte 9 RockTimes-Uhren!
Line-up:
Steward Mann (vocals, guitar, harmonica)
Todd Laningham (lead/rhythm guitar)
Rob Alton (bass)
Mike Peters (drums)
Will Knaak (lead/rhythm guitar, dobro)
Ross Smith (keys, organ, guitar)

Gäste:
Sheree Smith, Marvin Dykhuis, Sonja Moore (background vocals)
Michael Ramos (keyboards, piano, organ)

"Ramble On Privilege Creek" CD-Review von Steve Braun (Rocktimes)

Gut drei Jahre nach ihrem überaus bemerkenswerten Blue Rose-Debüt Different Kind Of Light legt die Statesboro Revue mit "Ramble On Privilege Creek" ihren nun bereits vierten Silberling vor - und die Zeit hat offenbar einiges verändert. Das Offensichtliche: Bandchef Stewart Mann hat seinen jüngeren Bruder Garrett an exponierter Position - als Gitarrist, Co-Autor und Background-Sänger an seiner Seite - platziert. Das Hintergründige: Hatte für den Vorgänger noch die gesamte Band für das Cover posiert, ist dort jetzt nur noch das Brüderpaar zu finden - ein Fingerzeig auf neue 'Machtverhältnisse'? Immerhin hat Stewart Mann erneut das Line-up durchgeschüttelt. Das Subtile: Die Musik hat sich verändert - allerdings eher evolutionär. Ein erster direkter Vergleich mit "Different Kind Of Light" mag vielleicht erstmal ernüchternd ausfallen, aber lassen wir uns von diesem ersten Eindruck nicht täuschen: Einzelne Songs mögen vielleicht nicht ganz so spektakulär wie die sensationellen "The Painter", "Shine On" oder "Alone" vom Vorgänger ausgefallen sein, dafür stellen die zwölf neuen Werke von "Ramble On Privilege Creek" eine tiefschürfende, enorm dichte Weiterentwicklung des Vorgängers dar. Es gibt eben manchmal Wachstumsphasen, da wächst eine Band vielleicht nicht in die Höhe - dafür in die Tiefe und legt genau damit eine breitere Basis für künftige Großtaten!! Genau an diesem Punkt scheint die Entwicklung der Statesboro Revue gerade stehen.
Die experimentelle Flippigkeit, der Black Crowes-Faktor, ist zwar noch unterschwellig wahrnehmbar, aber einer unglaublichen emotionalen Tiefe gewichen. "Ramble On Privilege Creek" gewinnt mit jedem Hördurchgang, nimmt den Hörer gefangen und auf eine Rundreise durch den Süden der US - nicht nur durch die texanische Heimat der Manns sondern rund um den Golf von Mexico. 'Klassische' Jam Rock-Elemente müssen kürzer treten - die Songs sind durch die Bank kompakter geworden, dafür zieht sich eine ganze Menge schrammeliger Roots- und verspielter Country Rock sowie leicht melancholischer Folk durch die gesamte Scheibe. Es ist eine ganze Menge von dem überaus emotionalen Spirit wahrnehmbar, den man gerne als 'Americana' bezeichnet, aber keine Sorge: Ohne die erbarmungswürdige Weinerlichkeit, die einem aus dieser Ecke manchmal entgegenschlägt! Und als ob die Manns sich auch musikalisch auf eine Zeitreise begeben wollen, bezieht sich der Titel des Albums auf die Familienhistorie: Großmutter lebte am Privilege Creek und deren Vater spielte bei der Hillbilly String Band Bluebonnet Ramblers.
Mögen sich die Songs bei den ersten Hördurchgängen auch nicht so recht in den Ohren festsetzen, sie gewinnen mit jedem weiteren und so entwickelt "Ramble On Privilege Creek" einen regelrechten Suchtfaktor. Ein gutes Beispiel für einen solchen 'Schleicher' ist "Huck Finn". Hier wird das Lebensgefühl am Mississippi des 19. Jahrhunderts perfekt eingefangen, als ob Mark Twain mitkomponiert hätte. Herzzerreißend, wie hier Mandoline und Fiddle um die Wette wimmern - durch die gleiche vom Folk inspirierte Furche zieht übrigens auch das tolle "Lil Mary's Last Stand" und das tief die Seele anrührende "Isabella". Aber immer wenn die Orgel kräftig schiebt, kommt Zug in diese Kiste und so bilden Midtempo-Nummern wie "Live A Little" und "Love Run Easy" das Bindeglied zwischen Schmachtfetzen und Abrockern, wie dem sensationell Crowes-lastigen "Til I Leave" und dem noch am ehesten jam-rockige "Hands On The Sun". Diese Kategorie ist zwar - wie schon angemerkt - diesmal in der Minderzahl, aber wenn man dafür mit solchen seelenvollen Balladen wie "Cold November" oder "Another Day In Rome" entschädigt wird...
Über alldem schwebt die wandlungsfähige, charakteristische Stimme des omnipräsenten Masterminds Stewart Mann, der mal wie Ed Jurdi - mal wie der unvergessene, begnadete Adam Hirsh von den Hatters klingt. Vielleicht ist "Ramble On Privilege Creek" nur ein Quantensprüngchen gegenüber dem übermächtig erscheinenden Vorgänger "Different Kind Of Light", aber auf jeden Fall meines Erachtens ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt der Statesboro Revue. Ein wirklich kaufenswertes Album mit Tiefgang und Suchtpotenzial...
Waren die Jungs aus Austin/Texas eigentlich zwischenzeitlich schon mal auf Tour durch Europa und vor allem durch Deutschland?? Keine Ahnung, aber falls nicht, wird es nun langsam höchste Zeit!!

Line-up:
Stewart Mann (vocals, acoustic guitar, harp, percussion)
Garrett Mann (acoustic/electric guitars, percussion, piano, background vocals)
Ben Bradshaw (bass, piano, percussion)
Mike Peters (drums, percussion)
Erik James (keys, organ)
Preston Wimberley (electric guitar)
Rhett Price (violin/fiddle)
Steve Ledet (electric guitar)
Scott McConnell (percussion)
Sonya Moore (background vocals)
Sheree Smith (background vocals)
Scott Nubert (everything under the sun...)

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